Kupferersatz Tomaten

Bilderquelle: ZHAW

Projektdauer: 2022 - 2026
Fachbereich: Pflanzengesundheit, Bio, Produktequalität, Gewächshaus/Folientunnel, Freiland, Phytophthora spp.
Kulturen: Tomaten, Nachtschattengewächse (Solanacea)
Institution: Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften
Projektpartner: BLW

Beschrieb

Pilzkrankheiten stellen für den Anbau von Getreide, Wein, Obst und Gemüse eines der grössten Risiken dar. Ihre Bekämpfung ist vor allem im biologischen Landbau schwierig da diese Windverbreiteten Krankheiten von unserem feucht-kalten Klima profitieren und es nur sehr wenige biologische Pflanzenschutzmittel gegen sie gibt. Vielfach stellen langfristig problematische Kupferpräparate die einzige Bekämpfungsmöglichkeit dar, und umweltverträgliche Alternative sind dringend nötig. Viele Bakterien produzieren natürliche Hemmstoffe die antifungale Eigenschaften aufweisen.

Resultate

02.04.2026 Dieses Projekt untersuchte die symbiotischen Bakterien von einheimischen entomopathogenen Nematoden, insbesondere Xenorhabdus bovienii, auf ihr Potential als biologischer Ersatz für Kupfer im Pflanzenschutz. X.bovienii zeigte in vitro eine deutliche antifungale Wirkung gegen den Erreger Phytophthora infestans. Durch Optimierung der Kultivierungsbedingungen (Medium TSB, 250-ml-Kolben, 96 h Inkubation) konnte die Hemmwirkung signifikant gesteigert werden. Unter Laborbedingungen führten Bakterienüberstände zu einer Befallsreduktion von über 80 %. In Topfversuchen wurde eine signifikante, aber zeitlich begrenzte Schutzwirkung erzielt, die mit zunehmendem Krankheitsdruck abnahm. In Halbfreilandversuchen gelang eine Hemmung in der frühen Infektionsphase, während im Freiland keine signifikanten Unterschiede zur unbehandelten Kontrolle festgestellt wurden. Die Wirksamkeit von Xenorhabdus war somit unter kontrollierten Bedingungen nachweisbar, reichte aber unter Feldbedingungen nicht an Kupfer heran. Das Projekt zeigt, dass X. bovienii ein hohes Potential als Kupferersatz besitzt, jedoch noch Optimierungen hinsichtlich Formulierung, Stabilität und Applikation nötig sind.